Lohnt sich der Aufwand überhaupt?
Der öffentliche Druck, …
der von vielen einzelnen Menschen – weltweit – aufgebaut wird, ist das wirksamste Mittel, Menschenrechte zu schützen. Appelle und Briefe zeigen den Verantwortlichen für Menschenrechts-verletzungen, dass ihre Taten gesehen und nicht hingenommen werden. Nichts fürchten die Verantwortlichen mehr, als dass ihre Verletzungen der Menschenrechte ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden.
Oftmals können wir so erreichen, dass Gefangene freigelassen, Todesurteile umgewandelt, Drohungen eingestellt, Folter und Misshandlungen gestoppt oder unfaire Gerichtsverfahren wieder aufgerollt werden.
Amnesty startet jedes Jahr einige Hundert Briefaktionen. Manche, v.a. Eilaktionen, führen vielfach innerhalb weniger Tage zum Erfolg; bei anderen, oft aus der Gruppe der Appellfälle, kann es mehrere Jahre dauern. Das ist der Grund, weshalb die Erfolgsrate unserer Arbeit nicht genau beziffert werden kann: Wir können die Erfolge eines Jahres nicht auf die Zahl der im selben Jahr begonnenen Fälle beziehen.
Die Auswertung über mehrere Jahre hinweg zeigt jedoch, dass sich in rund einem Drittel bis der Hälfte der Aktionen Erfolge eingestellt haben – nicht immer das Maximum, aber doch Verbesserungen für unschuldig inhaftierte und gefährdete Personen. Sie bleiben zwar in Haft, werden aber medizinisch versorgt, dürfen von ihren Familien besucht werden und können Kontakt zu Rechtsanwälten aufnehmen. Oder ein Todesurteil wird in eine Haftstrafe umgewandelt.
Es lohnt sich also mitzumachen.
Der Aufwand, einen Musterbrief herunterzuladen und abzusenden, ist vergleichsweise gering und Sie tragen dazu bei, menschlichem Leid eine Wende zum Besseren zu geben.
Natürlich gibt es keinen streng-mathematischen Bezug zwischen der Zahl der Briefe und dem Erfolg. Meist erfahren wir nichts über den Entscheidungsprozess, der z.B. zur Freilassung eines Gefangenen geführt hat. Aber es steht außer Zweifel, dass die Briefaktionen wirksam sind. Dies belegen Rückmeldungen von Opfern von Menschenrechtsverletzungen an Amnesty, die anschaulich machen, wie das Eingreifen von Amnesty die Situation dieser Menschen verbessert hat.
"Ich war 13 Jahre im Gefängnis. Zwei Jahre davon im Todestrakt. Ich wusste nicht, ob ich sterben würde. Es war wie ein langer, dunkler Tunnel. Aber die Arbeit von Amnesty hat mich getröstet und mir Mut gemacht. Ich weiß, dass Amnesty mir das Leben gerettet hat. " Kim Song-Man, ehemaliger politischer Gefangener aus Süd-Korea |
|
"Dass Amnesty meinen Fall bekannt gemacht hat, war ein großer Schutz. Ich bin überzeugt, dass dies der Grund war, weshalb man mich im Gefängnis nicht misshandelt hat. " Armando Valladares, freigelassener politischer Gefangener aus Kuba |
Weitere Berichte über Menschen in Gefahr, denen unsere Aktionen geholfen haben, finden Sie hier.
Einen kurzen Überblick der in letzter Zeit erfolgreich abgeschlossenen Fälle finden Sie hier. Eine ausführliche Übersicht erhalten Sie, wenn Sie im Suchfeld auf der Amnesty-Homepage den Begriff "Feedback" eingeben. Hier finden Sie bereits das Ergebnis (vom Februar 2010).Im Oktober 2009 hat diedeutsche Sektion von Amnesty International eine zusammenfassende Analyse der 36 "Briefe gegen das Vergessen" von 2008 publiziert.
![]() |
Ko Aung Htun – unsererfolgreich abgeschlossenerLangzeitfall aus Myanmar(Burma) |
Der Verlauf eines Langzeitfalls aus Myanmar, zu dem wir seit 2003 gearbeitet haben und der im Sommer 2009 erfolgreich abgeschlossen wurde, zeigt, dass manchmal ein langer Atem nötig ist, Geduld sich aber auszahlt.
Im Spätsommer 2009 informierte uns das Internationale Sekretariat von Amnesty in London, dass Ko Aung Htun nach elfjähriger Haft vorzeitig aus dem Insien-Gefängnis in Yangoon (Rangoon) entlassen wurde... weiter


