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Portrait von Ko Aung Htun

Ko Aung Htun

unser erfolgreich abgeschlossener Langzeitfall aus Myanmar (Burma)

 

Der Verlauf eines Langzeitfalls aus Myanmar, zu dem wir seit 2003 gearbeitet haben und der im Sommer 2009 erfolgreich abgeschlossen wurde, zeigt, dass manchmal ein langer Atem nötig ist, Geduld sich aber auszahlt.

Im Spätsommer 2009 informierte uns das Internationale Sekretariat von Amnesty in London, dass Ko Aung Htun nach elfjähriger Haft vorzeitig aus dem Insien-Gefängnis in Yangoon (Rangoon) entlassen wurde.

Ko Aung Htun und U Hla Shwe - Studentenführer, die sich über viele Jahre in exponierter Stellung für demokratische Veränderungen in Myanmar eingesetzt hatten - wurden im Februar 1998 zusammen mit vier Unterstützern verhaftet und im April 1998 zu je 17 Jahren Haft verurteilt. Ihr "Verbrechen" bestand darin, dass sie eine (regierungskritische) Geschichte der burmesischen Studentenbewegung geschrieben und an einige zig Mitglieder der politischen Opposition verteilt hatten. Damit hatten sie gegen Zensurgesetze und andere Verordnungen verstoßen, die die bürgerlichen Grundrechte de facto aufheben (nota bene: Burma hatte 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen unterzeichnet.)

Ab 2003 arbeiteten wir zu einem sogenannten Langzeitfall, der die Fälle von Ko Aung Htun und zwei Mitangeklagten - U Than Bar und Dr. Aung Aung Kyaw - einschloss. Wir sandten einen beständigen Strom von Einzelpetitionen und Unterschriftenlisten an den Chef der burmesischen Militärjunta Senior General Than Shwe. U Than Bar und Dr. Aung Aung Kyaw kamen 2005 frei. Da die beiden Mitangeklagten von U Hla Shwe inzwischen ebenfalls auf freien Fuß gesetzt worden waren, wurden die beiden Fälle zusammengelegt. U Hla Shwe kam bereits im Juli 2005 frei. Aber im Fall Ko Aung Htun bewegte sich nichts. Anfang Mai 2008 fegte der Zyklon Nargis über Myanmar hinweg und richtete bekanntlich verheerende Schäden an. Auch das Insien-Gefängnis wurde stark beschädigt. Wie erging es Ko Aung Htun? Lebte er überhaupt noch? Bereits seit Beginn seiner Haft war er infolge von Misshandlungen in schlechter körperlicher Verfassung. Aber burmesische Gefängnisse ähneln, was Informationen anbelangt, "schwarzen Löcher". Es dringen fast keine Nachrichten nach außen.

Und dann im Spätsommer 2009 die Meldung: ENDLICH FREI!! - Wow! Die Geduld und der Einsatz hatten sich gelohnt. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle UnterstützerInnen, die durch Ihre Unterschriften zu diesem Erfolg beigetragen haben.